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K002 Faun und Schäferin

english K002 Faun and Shepherdess

K2 Фавнъ и пастушка

Сюита для пђнія съ оркестромъ. Текст А. Пушкина. Соч. 2 - Le Faune et la Bergère. Suite de chansons pour une vois et orchestre, Op. 2 - Faun und Schäferin. Liederzyklus für Mezzosopran und Orchester nach drei Gedichten von Alexander Puschkin, Op. 2 - Faun and shepherdess. Song suite for mezzo-soprano and orchestra, Op. 2 – Il Fauno e la Pastorella. Ciclo per mezzosoprano ed orchestra su tre poesie di Poushkine, op. 2

Besetzung*: a) Erstausgabe (Nomenklatur nach Partitur): Flauto Picc., 2 Flauti, 2 Oboi, 2 Clarinetti in B (A), 2 Fagotti, 4 Corni in F, 2 Trombe in B (A), Timpani, Piatti e Gran Cassa, Canto Mezzosoprano, Violoni I, Violini II, Viole, Contrebassi [Piccolo Flöte, 2 flöten, 2 Oboen, 2 Klarinetten in B (A), 2 Fagotte, 4 Hörner in F, 2 Trompeten in B (A), 3 Posaunen, Pauken, Becken, Große Trommel, Violinen I, Violinen II, Bratschen, Violoncelli, Kontrabässe; b) Aufführungsanforderungen: kleine Flöte, 2 große Flöten, 2 Oboen, 2 Klarinetten jeweils in A oder B, 2 Fagotte, 4 Hörner in F, 2 Trompeten jeweils in A oder B, 3 Posaunen, Pauken, Schlagzeug (Becken, Große Trommel), Streicher (Erste Violinen**, Zweite Violinen**, Bratschen**, Violoncelli**, Kontrabässe).

* stückzugeordnete individuelle Besetzung.
* zweifach geteilt.

Widmung: >Посвящается / жен љ моей / ЕКАТЕРИНЉ ГАВРІИЛОВНЉ СТРАВИНСКОЙ.< [Gewidmet / meiner Frau / EKATERINA GAWRILOWNA STRAWINSKY]

Inhalt: Die junge Schäferin Lila leidet unter Liebesgram, streift allein durch den Wald und träumt nächtens von Amor, der ihre Sehnsüchte nach dem geliebten Philon erfüllt (1). Im dichten Gras verbirgt sich der Schrecken der Mädchen und Frauen, der verunstaltete Faun, den alle gleichzeitig fürchten, verspotten und verschmähen. Die Liebesnot hat ihn bitter, böse und neidisch gemacht, und wenn der Morgen graut, eilt er nach Hause, um seinen Liebeskummer auszuweinen (2). Lila ist wieder in den Wald gegangen, um sich im Dunkel der Nacht ihren Träumen hinzugeben. Plötzlich steht der Waldgott vor ihr. Sie flieht, und er verfolgt sie. Sie läuft, so schnell sie kann, und verliert dabei nach und nach ihre Kleider. Kurz bevor der Faun sie einholt, erreicht sie den Fluss, der sich ihr "hilfsbereit öffnet". Der Tod ist gleichzeitig Lilas Befreiung (3).

Vorlage: Strawinsky wählte seine dreiteilige Text-Suite aus einem achtteiligen Gedichtzyklus Alexander Puschkins Фавн и Пастушка. Картины (Faun und Schäferin. Bilder = Tableaux, Pictures) aus, der zu den Jugendarbeiten (1813-1817) des Dichters zählt und vermutlich 1816 entstand. Strawinsky hat durch die Beschränkung auf die Strophen I, II und IV des Puschkinschen Originals die Vorlage sowohl ihrer stark erotischen Inhalte wie ihrer bösen Ironie entkleidet und dem Text einen Sinn gegeben, der im Original nicht zu finden ist. Dort wird die Schäferin als ein leichtsinniges Geschöpf dargestellt, das am Ende niemand mehr haben will, nicht einmal der Faun. Strawinsky machte aus der gesellschaftskomödiantischen Geschichte Puschkins eine hochmoralische Erzählung über die Erhaltung der Unschuld um jeden Preis. Bei Puschkin wird die Schäferin aus dem Fluss gerettet, gibt sich ihrem Liebhaber hin, betrügt ihn jedoch bald und verkommt am Ende, während der Faun im Wein Trost, Weisheit und Ruhe findet.

Übersetzungen: A. Komaroff (französisch); Heinrich Möller (deutsch); eine Druckausgabe mit englischer Übersetzung hat es zu Lebzeiten Strawinskys nicht gegeben

Aufbau: dreiteilige arabisch numerierte Suite mit wechselnder instrumentaler Besetzung (1. Пастушка [Pastuschka] – La Bergère – Die Schäferin – The Shepherdess ; 2. Фавнъ [Fawn] – Le Faune – Der Faun – The Faun; 3. Рђка [Reka] - Le Torrent – Der Fluß – The Torrent)

Aufriss

1.Пастушка (Pastushka) - La Bergère - Die Schäferin - The Shepherdess

  Andantino Viertel = 60 [B-Dur] (88 Takte = Ziffer 1 bis Ende Ziffer 11)

[Besetzung: 2 große Flöten, 2 Oboen, 2 Klarinetten in B, 2 Fagotte, 3 Hörner in F, Streicher (Erste und Zweite Violinen und Bratschen zweifach geteilt!]

2. Фавнъ (Favn) - Le Faune - Der Faun - The Faun

  [c-moll / Es-Dur] (98 Takte = Ziffer 912 bis Ende Ziffer 23)

  Moderato Viertel = 72 (Ziffer 912 bis Ende Ziffer 14)

  Allegro moderato Achtel = Achtel (Ziffer 15 bis Ende Ziffer 18)

  Moderato Viertel = 80 (Ziffer 19 bis Ende Ziffer 23)

[Besetzung: Tutti (Klarinetten und Trompeten in B, Erste Violinen und Bratschen zweifach geteilt)]

3. Рђка (Reka) - Le Torrent - Der Fluß - The Torrent

  [H-Dur] (90 Takte = Ziffer 624 bis Ende Ziffer 339)

  Andante Viertel = 69 (Ziffer 624 bis Ende Ziffer 24)

  Allegro (doppio movimento) Viertel = 138 (Ziffer 25 bis Ende Ziffer 26)

Poco più tranquillo (Ziffer 27 bis Ziffer 339)

[Besetzung: Tutti (Klarinetten und Trompeten in A, Erste und Zweite Violinen, Bratschen und Violoncelli zweifach geteilt)]

Errata

Gesang-Klavier 2-1

1. (S. 19) 3. Lied Singstimme: Ziffer 331-4 ist statt falsch punktierte Halbe e2 – Halbepause | Viertel e2 – Viertel a1 – Halbepause | punktierte Viertel f2 – Achtel f2 – Halbe h1 übergebunden zu | Viertel h1 muss es richtig heißen Viertelpause – punktierte Halbe e2 | Viertel e2 –Viertel f1 – Halbepause | Achtelpause – Viertel f2 – achtel f2 – Halbe h1 übergebunden zu | Viertel h1.

2. (S. 19) 3. Lied Klavierstimme: Ziffer 332-3 ist statt falsch im Diskant Zweitonakkord Viertel a1-ais2 richtig a1-a2, im Bass statt falsch Dreitonakkord Viertel f-ais-e1 richtig Viertonakkord Viertel f-g-c1-e1 zu lesen.

Orchester-Partitur 2-2

1. (S. 11) 2. Lied, Ziffer 145: unter Flötensystem, unter System I./II, Horn, unter System Trompeten, zwischen Systemen I./.II. Posaune und III.Posaune Tuba, oberhalb System Pauken, im System Becken (Große Trommel), mit nach links gerichteter Schweifklammer zwischen den beiden Violinsystemen, unter dem Bratschen-System, mit nach links gerichteter Schweifklammer zwischen den Systemen Violoncelli/Kontrabass ist ein >cresc< anzubringen. Ziffer 146 ist wegzunehmen. Dadurch verkürzt sich die Ziffer 14 von 7 auf 6 Takte. (Bleistift, im Klavierauszug nicht berichtigt).

2. (S. 15) 2. Lied: Ziffer 186: ist wegzunehmen. Dadurch verkürzt sich die Ziffer 18 von 6 auf 5 Takte. (Bleistift, im Klavierauszug nicht berichtigt); dasselbe gilt für Ziffer 193. Dadurch verkürzt sich die Ziffer 19 von 10 auf 9 Takte. (Bleistift, im Klavierauszug richtig).

3. (S. 26) 3. Lied, Ziffer 2915 vor Klarinetten-Legende: die falschen 5 Kreuzchen sind auf richtig 2 zu reduzieren.

4. (S. 29) 3. Lied, Ziffer 232 Singstimme: die Viertelnote e2 auf –ka- (russisch) ist zu punktieren. (Bleistift = im Klavierauszug richtig).

5. (S. 31) 3. Lied, Ziffer 332 Singstimme: statt falsch punktierte Halbe e2-Viertelpause muss es richtig Viertelpause-punktierte Halbe e2 heißen. (Bleistift).

6. (S. 31) 3. Lied, Ziffer 333 Piccolo-Flöte: die 2. Viertelnote muss statt faslsch ais1 richtig a1 heißen; dasselbe gilt für die beiden großen Flöten (a2 statt ais2), die beiden Klarinetten (c2 statt cis2), die Hörner II und IV (e1 statt eis1), die 1. Violine (a2 statt ais2), die 2. Violine (a1 statt ais1), die Bratsche (a1 statt ais1), das Violoncello (a statt ais). Die Singstimme muss statt falsch Viertel e2-ais1 richtig e2-gis1* heißen

(* kann auch als fis1 gelesen werden. In der Bleistift-Korrektur des Klavierauszuges steht ein a1 (ais1 mit Auflösungszeichen).

7. (S. 31) 3. Lied, Ziffer 337 Der Takt ist zu entfernen. Dadurch verkürzt sich die Ziffer von 9 auf 8 Takte.: = im Klavierauszug nicht berichtigt

Stil: Der Liederzyklus verbindet Wagnerische und Tschaikowskysche Elemente und zeigt kaum mehr Rimsky-Korssakowschen Einfluss. Dafür wird die Verbindung zu Debussy um so bemerkenswerter. Die zahlreichen Ganztonfolgen waren es insbesondere, die Rimsky-Korssakow abstießen.

Das 1. Lied besteht aus 7 Textabschnitten und ist syllabisch ohne Wortwiederholung vertont. Es gibt eine Übereinstimmung zwischen Versfluss und Rhythmus aus betonter und unbetonter Zeit. Der Rhythmus wird überwiegend von einem eintaktigen und einem zweitaktigen Muster geprägt. Das zweitaktige Muster erscheint zwanzigmal und überzieht 40 der 63 Liedtakte. Es sorgt ebenso wie der durchgehaltene Zweivierteltakt für die innere Ruhe des Liedes. Die harmonische Spannung verläuft in einer schlichten Bogenform von B-Dur aus über entfernte Tonarten wieder zurück nach B-Dur. Die Mezzosopranlage wird gleichmäßig ausgenutzt, der Spitzenton erscheint als Ergebnis der Charakterisierung nur ein einzigesmal.

Das 2. Lied besteht ebenfalls aus 7 Textabschnitten, ist aber anders konstruiert. Die Syllabik bleibt zwar erhalten, aber bis auf eine einzige Ausnahme, wo der Text vom Schwinden der Dunkelheit und dem Kommen der Sonne handelt, gibt es keine Entsprechung zwischen Versfluss und rhythmischem Verlauf. Die Zahl der rhythmischen Muster ist höher, das mit Auftakt gebaute Zweitaktschema erscheint nur dreizehnmal und ist zudem mit einer punktierten Note versehen, die für Rückungen sorgt. Die Haupttonart schwankt zwischen c-moll und Es-Dur. Der Mezzosopran bewegt sich überwiegend in der höheren Mittellage und spart anders als im ersten Lied die tiefe Lage aus. Durch diese Stilmittel bekommt das Lied den Charakter durchgängiger Unruhe, die sowohl auf die Leidenschaft des Fauns wie auf die durch ihn verursachte Störung verweist.

Das 3., aus 10 Textabschnitten bestehende Lied nimmt die Katastrophe auf. Schäferin und Faun prallen zusammen, infolgedessen prallen auch die konträren Gestaltungselemente der ersten beiden Lieder zusammen. Wenn die Schäferin erscheint, entsprechen sich Rhythmus und Versfluss, wenn der Faun auftritt, werden beide durch Unregelmäßigkeiten gestört. Man kann bei der Melodiebildung geradezu von einem Schäferin- und einem Faun-Motiv sprechen. Ein einheitliches Moment bilden der durchgehaltene Vierviertel-Takt und die in leichten Wellenbewegungen geführte Gesangsstimme, mit der vermutlich die fließende Bewegung des Wassers charakterisiert werden soll.

Dauer: 2' 52" + 3' 18" + 3' 26".

Entstehungszeit: 1905 und 1906 in Imatra und St. Petersburg

Uraufführung: 16. Februar 1908 in St. Petersburg im Rahmen der St. Petersburger Belajew-Konzerte unter der Leitung von Felix Blumenfelt; ihr ging am 27. April 1907 ebenfalls in St. Petersburg eine nicht öffentliche Aufführung mit dem Hoforchester St. Petersburg unter der Leitung von Hugo Wahrlich voraus.

Bemerkungen: Bei der Interpretation motivsprachlicher Bilder darf nur vom russischen Text ausgegangen werden, nicht von den Übertragungen Komaroffs oder Möllers, weil beide Übersetzer nationalsprachenbedingte Textverschiebungen vornehmen, die bei der Zuordnung zur Musik zwangsläufig Sinnverschiebungen ergeben und vordergründig den Eindruck erwecken, als habe der junge Strawinsky in seinem Frühwerk die Mittel musikalischer Charakterisierung entweder noch nicht beherrscht oder aber schon damals die Sinnvertonung durch die aus späteren Vokalkompositionen bekannten Silbenwertbemessungen ersetzt.

Schon die ersten anderthalb Zeilen der Suite führen sowohl in der (an sich guten) deutschen wie in der französischen Übersetzung zu einem Widerspruch zwischen Text und Musik. Möller übersetzt „Wie Lilien erblühend, im Morgenrot erglühend, so strahlt die schöne Maid.“ Wo bei Möller „erblühend“ steht, steht im russischen Original вес-но-ю, es geht also um Fröhlichkeit. Wo das im kompositorischen Zusammenhang jetzt unpassende Wort „Maid“ steht, schreibt Puschkin вц- | те- | тъ. Hier also lässt er es blühen. Strawinsky bildet den Ambitushöhepunkt seiner Kantilene folgerichtig auf ‚blühen’ und betont dieses Wort gegenüber den vorhergehenden Achtelnoten zusätzlich mit einer verlängerten Halbenote. Der Gesangston zweigestrichen f erklingt nur an dieser Stelle und weist auf die einmalige Schönheit dieses Blühens hin. Solchen Ungereimtheiten begegnet man in der Suite allenthalben, und sie lösen sich erst bei der Berücksichtigung des russischen Originals. Puschkin spricht im 3. Lied seiner Suite (Strawinsky Lied Nr. 2) nicht von „hohem Farrenkraut“, sondern von dichtem Gras, in das sich der Faun duckt, um Lila zu beobachten. Strawinsky zeichnet den Beobachtungsvorgang lebenswirklich nach (Takt 10ff. = Ziffer 12): das erstmalige Ducken mit einem Terzschritt c-a nach unten, die Beobachtungsbewegung mit einem Quintschritt fis-cis nach oben, das neuerliche, aus der Beobachterhöhe schnelle und tiefere Abtauchen ins Gras mit der Rücknahme der Quintbewegung cis-fis und das neuerliche Hochrecken des Fauns in die endgültige günstigste Beobachterstellung mit einem erweiterten Quintschritt, der verminmderten Sexte fis-d.

Für Strawinsky wird die Schäferin zum Sinnbild der in sich selbst ruhenden Unschuld, der Faun zum Sinnbild der störenden unruhigen Naturkräfte, der Fluss zum Sinnbild des ruhig-fließenden Ausgleichs, der den Zusammenprall zwischen Schäferin und Faun lösen muss. Alle drei Lieder sind vom Versfluss und vom Rhythmus her entsprechend der Strawinskyschen Umdeutung charakteristisch anders definiert. Dasselbe gilt für die Instrumentierung. Auch die Einbeziehung der dynamischen Vortragsbezeichnungen für alle Arten von dafür geeigneten Situationen ist selbstverständlich. Man küsst poco dolciss., flüstert pianissimo und schläft morendo ein, man erschrickt Allegro doppo movimento, läuft accelerando poco a poco davon und wird fortissimo gerettet, in diesem Zusammenhang mit einem zweimaligen Quintsprung nach unten zum Fluss hin, aus dem jetzt zu schließen ist, wie sich Strawinsky den Sprung ins Wasser vorgestellt hat.

Die Puschkin-Vorlage: In 8 durchnumerierten Bildern unterschiedlicher Länge schildert Puschkin die Beziehungsgeschichte zwischen einem liebeshungrigen Faun und einer schönen Schäferin. Voller Liebessehnsucht streift die fünfzehnjährige Schäferin Lila durch den Wald und träumt von den Umarmungen ihres geliebten Philon (I). Mit ihm trifft sie sich in Amors Grotte (II). Das bekommt der Faun mit, den alle Mädchen fürchten, necken und verschmähen und der in Lila verliebt ist (III). Wieder läuft Lila durch den Wald. Diesmal folgt ihr der eifersüchtige Faun. Sie läuft davon, bis sie an einen Fluss kommt, in den sie sich stürzt. Dadurch kann sie sich im letzten Augenblick von dem Faun befreien (IV). Liebesgötter erretten sie und bringen sie zu Philon (V). Der liebeskranke Faun begegnet einem Satyr, der einen Krug Wein mit sich führt. Der lacht über den Faun und seine unglückliche Liebe und rät ihm, Wein zu trinken statt zu lieben. Der Faun folgt dem Rat, und schon nach dem ersten Glas hat er seine Liebe vergessen (VI). Lila besitzt zwar ihren Philon; sie bleibt ihm aber nicht treu und gibt sich vielen hin. Der Dichter Puschkin rät ihr sogar dazu, so lange es noch gehe (VII). Lila ist alt und reizlos geworden. Philon ist ihr verloren. Wieder geht sie durch den Wald und trifft auf den ehemals verschmähten Faun, der unter einer Linde liegt und trinkt. Jetzt bietet sie sich ihm an und versucht, ihn zu verführen. Aber der, wie Puschkin dichtet, wackelt nur mit dem Kopf. Er ist ruhig geworden; denn, so erklärt er Lila, es gebe die Zeit der Liebe und die Zeit der Weisheit (VIII). Damit endet der Bilder-Zyklus.

Puschkin-Strawinsky. Puschkins Lila ist eine schöne Liebhaber suchende Erotomanin, die den Faun nicht mag, weil er hässlich ist. Nur deshalb springt sie in den Fluss, und nicht, um ihre Tugend zu bewahren. Vom überlegenen Hohn, von den spöttischen Ratschlägen des Dichters, von der Liebesgier der Schäferin, der Allerweltsweisheit des weinseligen Fauns und den kaum verschlüsselten erotischen Anspielungen blieb bei Strawinsky nichts stehen, gerade noch, dass er den Entkleidungstopos der sich in der Eile der Flucht nach und nach entblößenden jungen Frau aufnahm. Darüber hinaus hat Strawinsky aus der gesellschaftskomödiantischen erotischen Geschichte Puschkins eine hochmoralische Erzählung über die Bewahrung der Unschuld um jeden Preis gemacht. Das war ein Zuschnitt, den er auf jeden Fall seiner gerade angetrauten und sehr religiösen Frau zueignen konnte. Anders wäre es, mit russischen Augen gesehen, geschmacklos gewesen.

Orchesterfassung: In der instrumentalen Originalfassung verstärkte Strawinsky die Bildinterpretation. Dabei sind bestimmte Klangmuster dem künstlerischen Bildungsgut der Jahrhundertwende zuzuordnen, etwa die sirrenden Farben in ganz hellen Tönen, wenn vom Mondlicht die Rede ist. Die Instrumentierung des 1. Liedes ist schlicht gehalten und entspricht der Vorstellung von einer einfachen und unkomplizierten jungen Frau. Nur an einer Stelle, dort, wo der Text von der Vergänglichkeit des Jugendglückes spricht, Takte 29 bis 31, setzen die Orchesterinstrumente aus, schlägt die Gesangsstimme in ein sprödes (unbegleitetes) Rezitativ um. Die Blüte ist vorbei, und die jetzt noch Blühende wird verlassen werden, so wie sie an dieser Stelle die Instrumente verlassen, und ihr trockenes Singen bezeugt Angst und Unsicherheit. Im 2. Lied arbeitet Strawinsky mit unterschiedlichen Instrumentalblöcken, die er den einzelnen Textabschnitten zuordnet. Er benutzt tremolierende Streicher, kurze Holzbläsermotive, kanonische Einsätze, plötzlich abbrechende Klangfiguren, stehende Akkorde, und endet beim letzten emotionalen Ausbruch in den 4 Schlusstakten mit einer effektvollen Klangsteigerung. Diese Mittel werden in der Konfliktsituation des 3. Liedes ausgeschöpft. Das Orchester klingt noch farbiger und ausdrucksstärker. Lisas träumerischer Sinn spiegelt sich in den hoch gelegten leichten Farbtupfern über ruhig bewegten Streichern und einem ausgehaltenen Hornton. Sobald vom Himmel die Rede ist, wird die Holzbläserbegleitung choralartig; wenn die Gestirne blinken, tremolieren die Streicher. Sobald die Verfolgung beginnt, sehen sich die erst noch ruhig geführten Bläser und Streicher von den Ersten Violinen mit einer Art von schraubender Bewegung motorisch vorangetrieben. Schäferin- und Faun-Motiv werden über chromatisch geführten Begleitstimmen wechselseitig kombiniert und erweitert. Der Addition von Schäferin- und Faun-Motiv folgt kurze Zeit später in den Begleitstimmen eine beim dreigestrichenen d einsetzende und bis zum großen Fis abwärts führende chromatische Streicher- und Bläser-Bewegung mit nachgehenden imitatorischen Klangfarbeneinsätzen der Bläser. Das Lied endet mit einem Tutti-Schlag, der als einzige Stelle im 3. Lied nur ein Motiv enthält.

Bedeutung: Der Liederzyklus bezeichnet den Beginn der Trennung Strawinskys vom Einfluss Rimsky-Korssakows, der sich damals bereits unter dem Vorwurf akademisch-konservativistischer Kunstpraxis vielfältigsten Angriffen ausgesetzt sah und daraufhin selbst immer empfindlicher reagierte. Für eine kaiserlich-russische Konzertpraxis zwischen 1900 und 1908, die noch Brahms und Bruckner als umstürzlerische Neuerer behandelte und aus den offiziellen Konzertprogrammen möglichst heraushielt, waren die impressionistischen Anklänge des Zyklus unüberhörbar und führten im Zirkel um Rimsky-Korssakow zu entsprechenden Auslassungen.

Fassungen: Die Suite erschien 1908 im Leipziger M. P. Belaïeff-Verlag* zunächst als Klavierauszug nur mit russischem Text. Sie kostete in Mark 1,60 und in Rubel 0,60. Die Dirigierpartitur, ebenfalls nur mit russischem Text, folgte 1913 und war etwa doppelt so teuer (3, M. = 1,05 R.). Strawinsky hatte sich mit den Korrekturen viel Zeit gelassen. Aus einem Mahnbrief Belaïeffs vom 23. Oktober 1912 geht hervor, dass Strawinsky schon seit Ende 1911 im Besitz des Probesatzes gewesen sein muss. Am 4. November mahnte Belaïeff erneut an. Dann lief alles sehr schnell. Der Verlag konnte Strawinsky am 16. November den zweiten Revisionsabzug schicken und gab nach dessen Rückerhalt die Partitur am 16. Dezember 1912 zum Druck. Mit Datum 21. Dezember 1912 gingen an Strawinsky sechs Autorenexemplare ab. Die mit 1913 datierte Partitur stand also bereits 1912 zur Verfügung. Wie damals allgemein üblich, kamen mit der Dirigierpartitur auch ein käuflicher Stimmensatz (8,- M. = 2,80 R.) und käufliche Einzelstimmen [Zusatzstimmen] (0,40 M. = 0,15 R.) auf den Markt. Erst mit der Neuausgabe des Klavierauszuges von 1927 wurde der russische Text um eine französische und eine deutsche Übertragung erweitert. Diese Fassung übernahm sowohl der Belaïeff-Neudruck von 1953 wie der hier nicht mehr zu verzeichnende Druck von 1974. Die erste Taschenpartiturausgabe erschien erst 1962 bei Belaïeff in Bonn. Sie enthält wie die Neuausgabe von 1964 des jetzt in Frankfurt angesiedelten Verlages neben dem russischen Original die Komaroffsche und die Möllersche Übersetzung. Die ehemals käufliche Dirigierpartitur nebst Stimmen war jetzt nur noch als Leihmaterial erhältlich.

* bis nach 1962 ist Belaïeff die verlagsoffizielle deutsche Schreibweise.

Historische Aufnahme: Toronto 8. Mai 1964 in russischer Singsprache mit der Mezzosopranistin Mary Simmons und dem canadian broadcasting corporation symphony orchestra unter der Leitung von Igor Strawinsky

CD-Edition: VIII-2/1-3

Autograph: verschollen

Copyright: © ohne Jahreszahl (1962 Taschenpartitur durch M. P. Belaïeff Bonn; © 1964 für Taschenpartitur durch M. P. Belaieff Frankfurt

Ausgaben

a) Übersicht

2-1 1908 KlA; r; Belaïeff Leipzig; 19 S.; 2800.

2-113 1913 non ibd.

2-113-Straw 1913 ibd.

2-2 1913 Dp; r; Belaïeff Leipzig; 31 S.; 2959.

2-2Straw idem [mit Eintragungen].

2-3St Stimmensatz; 1913; Belaïeff Leipzig; 2960 [nicht identifiziert].

2-4E-St Ergänzungs-Stimmensatz; 1913; Belaïeff Leipzig 2960 [nicht identifiziert].

2-5 1927 KlA; r-f-d; Belaïeff Leipzig; 19 S.; 2800.

2-5Straw ibd.

2-6 (1953) KlA; r-f-d¸M. P. Belaieff Bonn; 19 S.; 2800.

2-7 1962 Tp; f-d; M. P. Belaieff Bonn; 35 S.; 2959.

2-8 1964 Tp; f-d; Belaieff Frankfurt; 35 S.; 2959; Bel. 336a.

b) Identifikationsmerkmale

2-1 Изданія М. П. БЂЛЯЕВА въ Лейпциђ / ИГОРЬ СТРАВИНСКIЙ / СЮНТА / „ФАВНЪ И ПАСТУШКА“ / СОЧ. 2. / Переложеніе для фортепіано съ мљніемъ / [°] / IGOR STRAWINSKY / „FAUNE ET BERGÈRE“ / SUITE DE CHANSONS / OP. 2 / Réduction pour Piano et Chant / [°] / 1908 / 2800 / Edition M. P. BELAÏEFF, Leipzig // Посвящается / женљ моей / ЕКАТЕРИНЉ ГАВРIИЛОВНЉ СТРАВИНСКОЙ. / ИГОРЬ СТРАВИНСКIЙ / СЮНТА / „ФАВНЪ И ПАСТУШКА“ / для голоса сь пушкина. / соч. 2 / Переложеніе для фортепіано съ мљнімъ / Ц М.1.60 / Р. – 60* / Собсмвенносмь изгамеля. / М. П. БЉЛЯЕВЪ, ЛЕЙПЦИГЪ. / 1908 / ГЛАВНЫЙ СКЛАДЪ У I. ЮРГЕНСОНА / С. ПЕТЕРБУРГЪ, МОРСКАЯ 9. / 2800 / Inst.Lith. de C.G.Röder, G.m.b.H. Leipzig. // (Klavierauszug mit Gesang [nachgeheftet] 25 x 33 (8° [4°]); Singtext russisch; 19 [18] Seiten + 4 Seiten Umschlag schwarz auf gemasert grau [Außenziertitelei mit umlaufender Leiste 2 cm Akanthusblätter und Ornamente, Seite mit verlagseigener Werbung >Mélodies pour Chant et Piano / publiées par M. P. Belaïeff à Leipzig>** Stand >No. 31.<, Seite mit verlagseigener Werbung in anderer Aufmachung >Mélodies pour Chant et Piano / publiées par M. P. Belaïeff à Leipzig>*** Stand >No. 32.<, Seite mit verlagseigener Werbung >Mélodies pour Chant et Piano / publiées par M. P. Belaïeff à Leipzig>**** Stand >No. 33.<] + 1 Seite Vorspann [Innentitelei] + 1 Seite Nachspann [Seite mit verlagseigener Werbung >Mélodies pour Chant et Piano / publiées par M. P. Belaïeff à Leipzig<**** Stand >No. 38.<]; punktiert arabische Nummer mit untergestelltem russischem Liedtitel >№ 1. / Пастушка.< als Kopftitel; Autorenangabe 1. Notentextseite paginiert S. 2 unterhalb Kopftitel mittenzentriert А. Пушкинъ.< darunter rechtsbündig S. 2 >И. Стравинскій, Соч. 2 № 1.< S. 7 >И. Стравинскій, Соч. 2 № 2.< S. 13 >И. Стравинскій, Соч. 2 № 3.<; ohne Rechtsschutzvorbehalt; Platten-Nummer >2800<; Kompositionsschlussdatierung S. 19 >St Petersbourg 1906.<; ohne Endevermerk) // 1908

° Trennzierstrich 6 x 0,2 cm.
* Preisangabe gekastet, das russische >Ц.< und das >по< stehen in der Mitte vor beiden, mit einem Trennstrich versehenen Preisauszeichnungen.
** Angezeigt werden Kompositionen von Th. Akimenko und E. Aleneff; keine Strawinsky-Nennung.
*** Angezeigt werden Kompositionen von A. N. Alphéraky; keine Strawinsky-Nennung.
**** Angezeigt werden Kompositionen von Nicolas Amani, C. Antipow, N. Arteibouchoff, M. Balakirew, Alexandre Borodine, César Cui; keine Strawinsky-Nennung.
***** Angezeigt werden Kompositionen von Rimsky-Korsakow; keine Strawinsky-Nennung.

2-113 Изданія М. П. БЂЛЯЕВА въ Лейпциђ / ИГОРЬ СТРАВИНСКIЙ / СЮНТА / „ФАВНЪ И ПАСТУШКА“ / СОЧ. 2. / Переложеніе для фортепіано съ мљніемъ / [°] / IGOR STRAWINSKY / „FAUNE ET BERGÈRE“ / SUITE DE CHANSONS / OP. 2 / Réduction pour Piano et Chant / [°] / 1908 / 2800 / Edition M. P. BELAIEFF, Leipzig // Посвящается / женљ моей / ЕКАТЕРИНЉ ГАВРIИЛОВНЉ СТРАВИНСКОЙ. / ИГОРЬ СТРАВИНСКIЙ / СЮНТА / „ФАВНЪ И ПАСТУШКА“ / для голоса сь пушкина. / соч. 2 / Партитура [*] Ц. М. 3.– / Р. 1.05** / Оркестроые голоса [*] Ц. М. 8.– / Р. 2.80** / Добавочные голоса М. – 40 / по Р. – 15 / Переложеніе для фортепіано съ мљнімъ / Ц М.1.60 / Р. – 60* / Собсмвенносмь изгамеля. / М. П. БЉЛЯЕВЪ, ЛЕЙПЦИГЪ. / 1913 / ГЛАВНЫЙ СКЛАДЪ У I. ЮРГЕНСОНА / С. ПЕТЕРБУРГЪ, МОРСКАЯ 9. / 2959 [#] 2960 / 2800 / Inst. Lith. de C. G. Röder, G.m.b.H. Leipzig. // (Klavierauszug mit Gesang fadengeheftet 26,8 x 33,3 (8° [4°]); Singtext russisch; 19 [18] Seiten + 4 Seiten Umschlag schwarz auf gemasert grau [Außenziertitelei mit umlaufender Leiste 2 cm Akanthusblätter und Ornamente, 3 Leerseiten] + 1 Seite Vorspann [Innentitelei] + 1 Seite Nachspann [Leerseite]; punktiert arabische Nummer mit untergestelltem russischem Liedtitel >№ 1. / Пастушка.< als Kopftitel; Autorenangabe 1. Notentextseite paginiert S. 2 unterhalb Kopftitel mittenzentriert А. Пушкинъ.< darunter rechtsbündig >И. Стравинскій, Соч. 2 № 1.< S. 7 >И. Стравинскій, Соч. 2 № 2.< S. 13 >И. Стравинскій, Соч. 2 № 3.<; ohne Rechtsschutzvorbehalt; Platten-Nummer >2800<; Kompositionsschlussdatierung S. 19 >St Petersbourg 1906.<; ohne Endevermerk) // 1913

° Trennzierstrich von 5.9 cm.
* Distanzpunkte.
** das russische ҷ steht in der Mitte vor beiden, mit einem Trennstrich versehenen Preisauszeichnungen.

2-113Straw

Strawinskys Nachlassexemplar ist auf dem Außentitel oberhalb des russischen Namens >ИГОРЬ СТРАВИНСКIЙ< und über den Namen hinaus innerhalb des Rahmens mit >IStrawinsky< gezeichnet. Die Umschlagrückseite ist lose und enthält ohne Spalteneinteilung eine Schott-Werbung Mainz-Leipzig, allerdings in der Umschlagfarbe >Moderne Orchester-Werke< mit Preisen nach Distanzpunkten von >BITTNER, JULIUS.< bis >WEIDIG, ADOLF.<, darunter >STRAWINSKY, I. Feuerwerk, brillante Fantasie° Partitur / [#] Stimmen leihweise — . — < Stand >Nr. 624<.

2-2 Изданія М. П. БЂЛЯЕВА въ Лейпциђ / ИГОРЬ СТРАВИНСКIЙ / СЮНТА / „ФАВНЪ И ПАСТУШКА“ / СОЧ. 2. / Партитура / [°] / IGOR STRAWINSKY / ,,FAUNE ET BERGÈRE'' / SUITE DE CHANSONS / OP. 2 / Partition d'orchestre / [°] / 1913 / 2959 / Edition M. P. BELAÏEFF, Leipzig // Посвящается / женљ моей / ЕКАТЕРИНЉ ГАВРIИЛОВНЉ СТРАВИНСКОЙ. / ИГОРЬ СТРАВИНСКIЙ / СЮНТА / „ФАВНЪ И ПАСТУШКА“ / для голоса сь оркестромъ / слова пушкина. / соч. 2 / Партитура [*] Ц. М. 3.– / Р. 1.05** / Оркестроые голоса [*] Ц. М. 8.– / Р. 2.80** / Добавочные голоса М. – 40 / по Р. – 15 / Переложеніе для фортепіано съ мљнімъ / Ц М.1.60 / Р. – 60* / [Vignette]°° / Собсмвенносмь изгамеля. / М. П. БЉЛЯЕВЪ, ЛЕЙПЦИГЪ. / 1913 / ГЛАВНЫЙ СКЛАДЪ У I. ЮРГЕНСОНА / С. ПЕТЕРБУРГЪ, МОРСКАЯ 9. / 2959 [#] 2960 / 2800 / Inst. Lith. de C.G.Röder, G.m.b.H. Leipzig // (Dirigierpartitur klammergeheftet 26,9 x 33,5 (2° [4°]); Singtext russisch; 31 [29] Seiten + 4 Seiten Umschlag dünner Karton schwarz auf hellbeige [Außentitelei im durchweg 2 cm breiten Zierrahmen mit aufgemachten Schriftwechseln, 3 Seiten mit verlagseigener Werbung >Edition M. P. Belaïeff à Leipzig. / Compositions pour Orchestre< Stände >No. 1a.<*** >1b.<**** >No. 1c.<*****] + 2 Seiten Vorspann [ornament- und vignettenaufgemachte Innentitelei, Leerseite] + 1 Seite Nachspann [Leerseite]; Liedtitel [S. 3, 9, 19] russisch unter punktiert arabischer Numerierung [>No 1. / Пастушка.< >No 2. / Фавнъ.< >No 3. / Рђка.<; Widmung unterhalb Kopftitel mittig >МОЕЙ ЖЕНЪ.<; Autorenangaben 1. Notentextseite paginiert S. 3 unterhalb Liedtitel linksbündig [nicht] zentriert >А. Пушкинъ. / A. Pouchkine.< rechtsbündig zentriert >И. Стравинскій, Соч. 2 No 1.< / J. Strawinsky, op. 2.< Rechtsschutzvorbehalt ohne Copyright 1. Notentextseite oberhalb und neben Liednummer linksbündig zentriert >Tous droits d'exécution et de / reproduction réservés.<; Platten-Nummer >2959<; ohne Kompositionsschlussdatierung; Herstellungshinweise 1. Notentextseite unterhalb Notenspiegel linksbündig >M. P. Belaïeff, Leipzig.< S. 31 rechtsbündig als Endevermerk >Stich und Druck von C. G. Röder G.m.b.H. Leipzig.<) // 1913

° punktunterbrochener Ziertrennstrich 5,9 cm waagerecht.
°° Strawinskys Exemplar RC trägt hinter dem Kopftitel die Datierung mit waagerechtem Trennstrich >11/24 XII 1912<; dazu noch die Bleistift-Anmerkung >Mezzo-Soprano / in Toronto / May 1964 / Mary Simmons<
* Distanzpunkte.
** das >Ц.< beziehungsweise >по< der Preisangabe steht in der Mitte vor beiden, mit einem waagerechten Trennstrich versehenen Preisauszeichnungen Mark und Rubel.
*** Angezeigt werden Komponsitionen vierspaltig von >Antipow< bis >Glazounow<.
**** Angezeigt werden Komponsitionen vierspaltig von >Glazounow< bis >Rimsky-Korsakow<.
***** Angezeigt werden Komponsitionen dreispaltig von >Rimsky-Korsakow< bis >Zolotareff< + einspaltig weitere instrumentalbezogene zeitgenössische Kompositionen; keine Strawinsky-Nennung.

2-2Straw

Das Nachlassexemplar Strawinskys ist auf dem Außentitel oberhalb des russischen Namens rechts bis in den Rahmen hinein mit >Igor Strawinsky< (mit einem über 5,5 cm langen y-Abstrich) signiert. Es trägt auf der Innentitelei neben der 7. Zeile (>для голоса . . .< rechts bis oberhalb der 9. Zeile eine Bleistifteintragung >Mezzo-Soprano / in Toronto / May 1964 / Mary Simmons< sowie oberhalb der 1. Zeile bis unterhalb der 3. Zeile (oberhalb russischem Komponistennamen) rechts eine russische Datierung > Clarens 11/24 [mit waagerechtem Bruchstrich] XII I9I2<.

2-3St Stimmensatz; 1913; Belaïeff Leipzig; 2960 [nicht identifiziert].

2-4E-St Ergänzungs-Stimmensatz; 1913; Belaïeff Leipzig; 2960 [nicht identifiziert]

2-5 JGOR STRAWINSKY* / LE FAUNE ET LA BERGÈRE / **SUITE POUR CHANT ET ORCHESTRE) / PAROLES DE A. POUCHKINE / VERSION FRANÇAISE DE A. KOMAROFF / PIANO et CHANT / 1 LA BERGÈRE / 2 LE FAUNE / 3 LE TORRENT / DROITS D'EXÉCUTION RÉSERVÉS / M. P. BELAIEFF – LEIPZIG // Посвящается / ЖЕНЪ МОЕЙ / ЕКАТЕРИНЂ ГАВРIИЛОВНЂ СТРАВИНСКОЙ. / [°] / ИГОРЬ СТРАВИНСКIЙ*** / СЮНТА для ПЂНIя съ оркестромъ / ФАВНЪ И ПАСТУШКА / ТеКСТъ А. ПушкинА. / СОЧ. 2. / Переложеніе для фортепіано съ ПЂніеМъ / [°°] / JGOR STRAWINSKY*** / FAUN UND SCHÄFERIN / LIEDERCYKLUS FÜR GESANG UND ORCHESTER / OP. 2 / DICHTUNG VON PUSCHKIN / DEUTSCHE UEBERSETZUNG VON HEINRICH MÖLLER / [°°°] / PARTITUR**** PR. M. 6,– NETTO / ORCHESTERSTIMMEN PR. M. 16,– NETTO / DUPLIERSTIMMEN**** JE PR. M. –, 80 NETTO / UEBERTRAGUNG FÜR GESANG UND KLAVIER PR. M. 2,– NETTO / [°°°°] / AUFFÜHRUNGSRECHT VORBEHALTEN / M. P. BELAIEFF, LEIPZIG / 1927 / 2959 [#] 2960 / 2800***** / C. G. RÖDER, G.M.B.H. LEIPZIG // (Klavierauszug mit Gesang fadengeheftet 23,2 x 30,2 (4° [4°]); Singtexte russisch-französisch-deutsch; 19 [18] Seiten + 4 Seiten Umschlag schwarz auf orangebraunbeige [Außentitelei ohne Rahmen, 3 Leerseiten] + 1 Seite Vorspann [aufgemachte Innentitelei rotbraun auf crèmeweiß im einfachen Rahmen] + 1 Seite Nachspann [Leerseite]; Liedtitel russisch-französisch-deutsch in Verbindung mit Dichter- und Übersetzernennung >No 1. / Пастушка. / А. Пушкинъ. / La Bergère. [#+] Die Schäferin. / Poésie de A. Pouchkine. [#+] Dichtung von A. Puschkin. / Texte français de A. Komaroff. [#+] Deutsche Übersetzung von Heinrich Möller.< als Kopftitel; Autorenangaben unterhalb Kopf[Lied-]titeln rechtsbündig zentriert 1. Notentextseite paginiert S. 2 >И. Стравинскій, Соч. 2 № 1.< S. 7 >И. Стравинскій, Соч. 2 № 2.< S. 13 >И. Стравинскій, Соч. 2 № 3. I. Strawinsky, Op. 2 No 3.< Rechtsschutzvorbehalt ohne Copyright 1. Notentextseite oberhalb Notenspiegel neben Liedtitel linksbündig >Droits d'exécution réservés.< unterhalb Notenspiegel linksbündig >M. P. Belaieff, Leipzig.<; Platten-Nummer >2800<; Kompositionsschlussdatierung S. 19 >S t Petersbourg 1906<; Herstellungshinweis S. 19 rechtsbündig als Endevermerk >Printed in Germany.<) // (1927)

° sich mittig verdickender Ziertrennstrich 2,9 cm zweiteilig mit Punkt als Mitte.
°° sich mittig verdickender Trennstrich 4,3 cm waagerecht.
°°° Trennstrich 2,8 cm waagerecht .
°°°° sich mittig verdickender Ziertrennstrich 2,6 cm zweiteilig mit Punkt als Mitte waagerecht.
* vierfach unterstrichen.
** Fehlen der Eingangsklammer original; in einigen Exemplaren ist diese Klammer von Hand nachgezogen, im Münchner Exemplar >4 Mus.pr. 4871< beispielsweise so geschickt und mit dem charakteristischen [vergrößerten] Seitenabstand, dass sich der Fehler nur am Ausgabenoriginal, nicht an einer Kopie erkennen lässt.
*** fünffach unterstrichen.
**** Distanzwellen.
***** das Münchner Exemplar >4 Mus.pr. 4871< trägt an dieser Stelle einen Stempelaufdruck >Il est interdit d'importer cet exemplaire en / France, Grande Bretagne / This copy must not be exported to the / British Empire<.
****** französisch-deutscher Druckkomplex durch dreizeiligen senkrechter Strich getrennt.

2-5Straw

Strawinskys Exemplar (Besitz Craft) trägt auf dem Außentitel blattoberseits rechtsbündig einen Stempelaufdruck >$ 1 .2 0 N< und darunter bündig ein >M<. Es enthält keine Eintragungen. Die Strawinskyschen Korrekturen sind nicht übernommen.

2-6 JGOR STRAWINSKY / Le Faune et la Bergère / Suite pour Chant et Piano / Paroles de / A. Pouchkine / PIANO ET CHANT / 1 LA BERGÈRE / 2 LE FAUNE / 3 LE TORRENT / Edition M. P. BELAÏEFF°*, BONN // JGOR STRAWINSKY / Faun und Schäferin / Liedercyklus für Gesang und Klavier / op. 2 / Dichtung von / PUSCHKIN / Deutsche Übersetzung von Heinrich Möller / Version Francaise** de A. Komaroff / Tous droits d'exécution et de reproduction réservés / Propriété de l'Editeur pour tous pays / M. P. BELAIEFF* / Agents exclusifs: BOOSEY & HAWKES, LTD. / London · New York · Bonn · Los Angeles · Buenos Aires · Toronto · Sydney · Capetown · Paris // (Klavierauszug klammergeheftet 23,5 x 30,9 (2° [4°]); Singtexte russisch-französisch-deutsch; 19 [18] Seiten + 4 Seiten Umschlag stärkeres Papier schwarz auf hellgrau [Zieraußentitelei in stilisiertem portalartigen durchschnittlich 2,5 cm breiten Blätterrahmen, 3 Leerseiten] + 1 Seite Vorspann [Innentitelei] + 1 Seite Vorspann [Innentitelei] + 1 Seite Nachspann [Leerseite]; punktiert arabisch gezählte Liednummer mit zeilenversetzten Liedtiteln russisch-französisch-deutsch >No 1. / Пастушка / La Bergère. | Die Schäferin.< als Kopftitel; Autorenangabe jeweils unterhalb Liedtiteln [>No 2. / Фавнъ. / Le Faune. | Faun.< >No 3. / Рђка. / Le Torrent. | Der Fluß.<] rechtsbündig [1. Notentextseite paginiert S. 2:] >Igor Strawinsky, Op. 2 N o 1.< [S. 7:] >Igor Strawinsky, Op. 2 No 2.< [S. 13:] >Igor Strawinsky, Op. 2 No 3.<; ohne Rechtsschutzvorbehalt; Platten-Nummer >2800<; Herstellungshinweis 1. Notentextseite unterhalb Notenspiegel linksbündig >M. P. Belaief*, Bonn< S. 19 rechtsbündig als Endevermerk >Printed in Germany. / Druck der Universitätsdruckerei H. Stürtz AG., Würzburg<) // (1953***)

° Verlagsangabe mittig im Rahmen blattunterseits eingedruckt.
* Schreibweise >BELAÏEFF< (Außentitelei) und >BELAIEFF< (Innentitelei) und >Belaieff< 1. Notentextseite original.
** Schreibweise original.
*** das Exemplar der Deutschen Bücherei in Leipzig >M 1954/B/1268< enthält auf der Außentitelei blattoberseits linksbündig einen Schreibmaschinenaufkleber >Strawinsky: LE FAUNE ET LA BERGERE / Op. 2 (Ges. & Kl.) / Verlag: M. P. Belaieff, Bonn / Nachdruck 1953 / Verkaufspreis: DM 4.00 (West)<

2-7 IGOR STRAWINSKY / Le* Faune* et* / la* Bergère* / op. 2 / Faun* und* / Schäferin* / M. P. BELAIEFF BONN // [Innentitel = Außentitel ohne Rahmen] // (Taschenpartitur klammergeheftet 13,3 x 18,1 (8° [kl. 8°]); Singtext französisch-deutsch; 35 [33} Seiten + 4 Seiten Umschlag leichter Karton schwarz auf beigegrau [rahmengekastete Außentitelei, 3 Leerseiten] + 2 Seiten Vorspann [Innentitelei, Rechtsschutzvorbehalte + Impressum >© by M. P. Belaieff Bonn / Alle Rechte vorbehalten · Tous droits réservés. / Stich und Druck der Peter-Presse Christoph Kreickenbaum KG Darmstadt / Printed in Germany<] + 1 Seite Nachspann [verlagseigene Werbung >Kammermusik # / # im Verlag M. P. Belaieff<** ohne Stand]; Kopftitel >La Faune et la Bergére # Faun und Schäferin<; Autorenangaben 1. Notentextseite paginiert S. 3 unterhalb punktiert arabisch numeriertem Liedtitel >1. La Bergére [# 1. Die Schäferin< linksbündig >A. Pouchkine< rechtsbündig >Igor Strawinsky, Op. 2<; Übersetzernennung 1. Notentextseite oberhalb, neben und unterhalb Liedtitel [zwischen Kopftitel und Autorenangaben] linksbündig >Version française / de / A. Komaroff< rechtsbündig >Deutsche Übersetzung / von / H. Möller<; Rechtsschutzvorbehalt 1. Notentextseite unter Notenspiegel linksbündig >© M. B. Belaïeff< rechtsbündig kursiv >Tous droits d’execution et de / reproduction réservés<; Platten-Nummer >2959<; ohne Ende-Vermerke) // (1962)

* Werktitel in Zierschrift.
** Angezeigt werden mit Preisangaben Kompositionen von Alexander Glasunow, Serge Tanéiew, Alexander Tscherepnin, Gerhart von Westermann; keine Strawinsky-Nennung.

2-8 Igor Strawinsky / Faun und Schäferin / 0pus 2 [#*] Mezzosopran und Orchester / M. P. Belaieff · Frankfurt / Bel. Nr. 336a // IGOR STRAWINSKY / FAUN UND SCHÄFERIN / DREI LIEDER NACH TEXTEN VON ALEXANDER PUSCHKIN / FÜR MEZZOSOPRAN UND ORCHESTER / OPUS 2 / DEUTSCHE ÜBERTRAGUNG VON / HEINRICH MÖLLER** / STUDIENPARTITUR / EIGENTUM DES VERLEGERS · ALLE RECHTE VORBEHALTEN / M. P. BELAIEFF · FRANKFURT // IGOR STRAWINSKY / LE FAUNE ET LA BERGÈRE / SUITE POUR CHANT TE** ORCHESTER** / OPUS 2 / PAROLES D'ALEXANDRE POUCHKINE / VERSION FRANÇAISE D'ALEXANDRE KOMAROFF / PARTITILON / PROPRIÉTÉ DE LÉDITEUR · TOUS DROITS RÉSERVÉS / M. P. BELAIEFF · FRANKFURT // (Taschenpartitur klammergeheftet 13,4 x 19 (8°); Singtext französisch-deutsch; 35 [33] Seiten + 4 Seiten Umschlag [aufgemachte Außentitelei, 2 Leerseiten, Seite mit Rechtsschutzvorbehalt Blattunterseite rechtsbündig >Printed in Germany<] + 2 Seiten Vorspann [1. Innentitelei, 2. Innentitelei] + 1 Seite Nachspann [Leerseite]; Kopftitel >Le Faune et la Bergère [#] Faun und Schäferin<; Autorenangaben in Verbindung mit Übersetzernennung und arabisch numeriertem Liedtitel 1. Notentextseite unpaginiert [S.3] unterhalb Kopftitel linksbündig-rechtsbündig >Alexandre Pouchkin [#] Alexander Puschkin / 1. La Bergère [#] 1. Schäferin< rechtsbündig >Igor Strawinsky, op. 2 / Deutsche Übertragung von Heinrich Müller** / Version française d'Alexandre Komaroff<; Rechtsschutzvorbehalt 1. Notentextseite neben französischem Liedtitel linksbündig gekastet >Diese Ausgabe ist urheberrechtlich geschützt / und darf nur mit besonderer Erlaubnis in Funk bzw. / Drahtsendungen oder mechanischen Aufzeichnungen / oder in öffentlichen Aufführungen benutzt werden.< unterhalb Notenspiegel rechtsbündig >© 1964 by M. P. Belaieff<; Platten-Nummer >2959<; Herstellungshinweis unterhalb Notenspiegel linksbündig 1. Notentextseite >M. P. Belaieff Nr. 336a< >M. P. Belaieff<; ohne Endevermerk) // (1964)

* blattgroße Schriftinitiale
** Schreibung (Möller / Müller) original.


K Cat­a­log: Anno­tated Cat­a­log of Works and Work Edi­tions of Igor Straw­in­sky till 1971, revised version 2014 and ongoing, by Hel­mut Kirch­meyer.
© Hel­mut Kirch­meyer. All rights reserved.
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