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K008 Trauergesang (Trauermarsch)

english K008 Funeral Dirge

K8 Chant Funèbre

sur la mort de Rimsky-Korssakow – Trauergesang (Trauermarsch) für Orchester, geschrieben auf den Tod Nikolai A. Rimsky-Korssakows – Funeral Dirge for wind instruments in memory of Rimsky-Korsakov – Canto funebre (Marcia funebre) per orchestra (strumenti a fiato) scritto sulla morte di Rimsky-Korsakow op. 6

Bemerkungen: Am 8. Juni julianischen = 21. Juni gregorianischen Kalenders 1908 verstarb Nikolai Rimsky-Korssakow auf seinem Landgut Ljubensk im Gouvernement St. Petersburg. Alles Wissen über die Trauermusik, die für Bläser geschrieben war, auch deren stilistische Einschätzung, geht auf Strawinsky selbst zurück. Die Trauermusik blieb unveröffentlicht; das Manuskript galt lange Zeit als verschollen. Nach Strawinsky sollte allerdings die Wahrscheinlichkeit bestehen, die in den Wirren der Russischen Revolution in Verlust geratenen Orchesterstimmen in einer der St. Petersburger Orchesterbibliotheken wieder aufzufinden. Im ersten Konzert der St. Petersburger Belajew-Reihe nach Rimskys Tod wurde die Bläsermusik unter der Leitung von Felix Blumenfeld (vermutlich zum ersten und letzten Mal) aufgeführt. Von keinem seiner Frühwerke (= Werke vor dem Feuervogel) hat Strawinsky so viel gehalten wie von der Trauermusik. Sie sei das Beste gewesen, das er überhaupt damals komponiert habe, besser also als Feuerwerk und Scherzo fantastique. Nie zuvor sei er in der chromatischen Harmonik so weit gegangen wie hier. Strukturell baute er das Stück über einem Tremolohintergrund auf, der wie das Gemurmel eines Trauerchors aus schwankenden Bassstimmen zu empfinden war. Die Orchester-Soloinstrumente wurden gleichsam personifiziert, indem sie ihre Melodien als eine Art von individuellen Kränzen auf das Grab des Verstorbenen legten. Das hier geschilderte und von Strawinsky im Ballett Petruschka weiterentwickelte Verfahren hat Vorbilder bereits im vorklassischen Bereich und findet sich in barocken Trauerkantaten bis hin zum Schlusschor der Bachschen Matthäuspassion. Möglicherweise hat der scharfsinnige Boris Assafjew, der unter dem Decknamen Glebow 1929 die erste russische Strawinsky-Biographie verfasste, den Trauergesang noch gehört.

Strawinsky behielt mit seiner Vermutung recht, das Manuskript könnte irgendwann aus einem der russischen Archive wieder auftauchen. Über den Fund berichtete die russische Musikwissenschaftlerin Natalya Braginskaya am 4. September 2015 anlässlich eines Kongresses in St. Petersburg. Das auf 12 Minuten geschätzte Stück befand sich in einem Stoß alter Manuskripte in einem Hinterzimmer des St. Petersburger Konservatoriums. Der Raum musste wegen Renovierungsarbeiten leer geräumt werden. Dabei stieß eine Bibliotheksangestellte auf das verschollene Manuskript.


K Cat­a­log: Anno­tated Cat­a­log of Works and Work Edi­tions of Igor Straw­in­sky till 1971, revised version 2014 and ongoing, by Hel­mut Kirch­meyer.
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